Über uns

Transparent NGO not criminals auf einer Demonstration

Die Koordinationsgruppe Ägypten der deutschen Sektion von Amnesty International ist zuständig für die deutschlandweite Koordinierung der Arbeit von Amnesty International zum Thema Ägypten.

Die Gruppe dient zudem als zentraler Ansprechpartner für alle lokalen Gruppen von der deutschen Sektion von Amnesty International, die sich zum Thema Ägypten engagieren.

Die deutsche Ägypten-Kogruppe besteht momentan aus sechs aktiven Mitgliedern. Wir leben über ganz Deutschland verteilt. Mehrere Mitglieder der Gruppe haben durch Studium, Arbeit oder Herkunft einen direkten Bezug zu Ägypten.

Womit wir uns beschäftigen

Aktuell befassen wir uns unter anderem mit folgenden Themen:

  • die Unterdrückung der Zivilgesellschaft und die Kontrolle von Nicht-Regierungsorganisationen in Ägypten
  • die Einschränkung der Pressefreiheit und die gefährliche Lage für kritische Journalisten
  • Polizeigewalt und Folter
  • Menschenrechtsverstöße gegen Frauen und LGBTIQ*-Personen
  • Justizwillkür: Angeklagte haben keine Chance auf ein faires Verfahren, tausende Menschen befinden sich in Haft, weil sie friedlich ihre Rechte wahrgenommen haben.
  • das restriktive Demonstrationsgesetz, das die Versammlungsfreiheit einschränkt
  • die hohe Zahl der Todesurteile in Ägypten

Was wir tun

Obwohl wir an verschiedenen Orten in Deutschland wohnen, treffen wir uns mehrmals im Jahr und schmieden Pläne. Häufig erreichen uns auch konkrete Anfragen anderer Gruppen. In den vergangenen Jahren haben wir unter anderem:

  • Lokale Gruppen bei der Betreuung von ägyptischen Einzelfällen unterstützt.
  • Filmvorführungen in mehreren Städten durchgeführt
  • Bei der Verleihung des Amnesty-Menschenrechtspreises 2018 an das ägyptische Nadeem-Center mit dem Sekretariat der deutschen Sektion zusammengearbeitet.
  • Auf Workshops und in Diskussionsrunden über die Menschenrechtslage in Ägypten informiert.

Mitmachen

Es gibt viel bei uns zu tun. Deshalb freuen uns über Mitstreiter*innen. Ihr habt Lust mitzumachen? Dann schreibt uns eine E-Mail an info (at) amnesty-aegypten.de

Wer ist Amnesty International?

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Am Anfang von Amnesty International steht ein Trinkspruch: Zwei portugiesische Studenten stoßen in einem Café in Lissabon auf die Freiheit an. Doch in den Sechzigerjahren herrscht in Portugal eine Diktatur, die keine Kritik duldet – die Erwähnung des Wortes „Freiheit“ ist verboten. Die zwei Studenten werden festgenommen und später zu sieben Jahren Haft verurteilt.

1.500 Kilometer entfernt fährt der 39-jährige Anwalt Peter Benenson im November 1960 mit der Londoner U-Bahn in seine Kanzlei, als er in der Zeitung eine Meldung über das Urteil gegen die beiden Portugiesen liest. Es ist nicht das erste Mal, dass er erfährt, dass Menschen wegen ihrer Gesinnung verfolgt und eingesperrt werden. Doch die Meldung aus Lissabon geht ihm nicht mehr aus dem Kopf. Benenson will nicht mehr länger über solches Unrecht lesen, er will etwas tun. Er weiß nur noch nicht, wie. Aufgewühlt läuft er durch die Straßen Londons. In der Kirche St. Martin in the Fields kommt ihm der Gedanke:

„Wenn eine einzelne Person protestiert, bewirkt das nur wenig, aber wenn es viele Leute gleichzeitig tun würden, könnte es einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen.“

Am 28. Mai 1961 veröffentlicht er in der Zeitung „The Observer“ den Artikel „The Forgotten Prisoners“, der mit den Worten beginnt: „Schlagen Sie Ihre Zeitung an irgendeinem beliebigen Tag auf, und Sie werden eine Meldung aus irgendeinem Teil der Welt lesen: Ein Mensch ist eingekerkert, gefoltert, hingerichtet worden, weil seine Ansichten oder religiösen Überzeugungen nicht mit denen der Regierung übereinstimmen.“ Benenson fordert die Leserinnen und Leser auf, mit Appellschreiben öffentlichen Druck auf die Regierungen zu machen und von ihnen die Freilassung politischer Gefangener zu fordern. Dieser „Appeal for Amnesty“ ist der Beginn von Amnesty International.

Die Resonanz ist überwältigend. 30 große Zeitungen in verschiedenen Ländern drucken den Artikel nach. Allein in den ersten Wochen melden sich mehr als Tausend interessierte Mitstreiterinnen und Mitstreiter. Im Juli 1961 wird beschlossen, die ursprünglich auf ein Jahr angelegte internationale Kampagne in eine feste Organisation zu verwandeln. Am Ende des Jahres gibt es Sektionen in West-Deutschland, Großbritannien, Irland, den Niederlanden, Belgien, Frankreich, Schweden, Norwegen, Australien und den USA. Im September 1962 wird auf dem internationalen Treffen in Brügge endgültig der Name „Amnesty International“ für die noch junge Organisation festgelegt.

Heute ist Amnesty eine weltweite Bewegung, die in über 150 Ländern vertreten ist. Über sieben Millionen Mitglieder, Unterstützerinnen und Unterstützer sowie Aktivistinnen und Aktivisten setzen sich dafür ein, dass auch 50 Jahre nach Benensons Appell die politischen Gefangenen dieser Welt nicht vergessen werden.

21. Juni 2019